Wohnpark Katharina von Bora Neunkirchen
Marianne S. steht am Hochbeet, in dem verschiedene Kräuter ihren Platz gefunden haben. Zuerst zaghaft, dann immer zuversichtlicher reibt sie an den jungen Blättern, hält dann die Hand an die Nase und lächelt zufrieden. Ob sie überlegt, welches dieser Kräuter wohl zum Mittagessen passt?
Diese Vermutung liegt nahe, als sie später ein Gespräch mit Altenpflegerin Julia K. anfängt, bei dem es um Rosmarinkartoffeln geht. Ihre Demenz hat sich heimtückisch angeschlichen, begann mit kaum spürbaren Gedächtnislücken, Schwierigkeiten bei der Orientierung und der Wortfindung.
Orientierungslosigkeit, ausgeprägte Störungen der Sprache und das Verblassen der Erinnerung folgten. Eine der ersten Folgen ist – wie bei so vielen anderen Betroffenen – der Verlust sozialer Kontakte.
Um gezielt auf die Bedürfnisse von Menschen mit Demenz eingehen, individuell auf den Krankheitsverlauf reagieren und am Ende auch den Sterbeprozess würdevoll begleiten zu können, errichtet die Stiftung kreuznacher diakonie jetzt den Wohnpark Katharina von Bora.
Der neugestaltete Garten in der Ringstraße in Neunkirchen wird alle Sinne ansprechen, bietet Halt und Orientierung. Sehen, Hören, Riechen, Fühlen, Schmecken: All das soll die Bewohnerinnen und Bewohner, aber auch ihre Gäste immer wieder in den geschützten Garten der Einrichtung locken. Bäume und Sträucher, Obstgehölze und Blumen dienen dazu, das Gedächtnis zu aktivieren, weil an Bekanntes und Vertrautes angeknüpft werden kann. Erinnerungen an die Pflege des eigenen Gartens werden geweckt. Damit ist die Hoffnung verbunden, die Menschen trotz ihrer Demenz zu erreichen – wie im Beispiel von Marianne S.