Die Flutkatastrophe im Juli 2021 und das Projektbüro Wiederaufbau Ahrtal

Die Flutkatastrophe im Juli 2021 hat die Verkehrsinfrastruktur im Ahrtal in einem bislang nicht gekannten Ausmaß beschädigt. Große Teile des Straßen- und Radverkehrsnetzes sowie die dazugehörigen Bauwerke wurden durch die Wassermassen zerstört.

Der Wiederaufbau der Brücken im Ahrtal ist eine der größten Infrastrukturaufgaben, die der LBM jemals bewältigt hat. Fünf Jahre nach der Flut ist bereits viel erreicht worden: Zahlreiche wichtige Brücken - sowohl im Zuständigkeitsbereich des LBM, aber auch der DB, der Verbandsgemeinden Altenahr und Adenau und der Städte Sinzig und Bad Neuenahr-Ahrweiler - sind wieder für den Verkehr freigegeben; weitere befinden sich im Bau oder in der Planung.

Von den rund 100 Brücken im klassifizierten Straßennetz (und damit in der Zuständigkeit des LBM) waren lediglich die Hälfte von der Flut insoweit nicht betroffen, dass sie noch standsicher und verkehrssicher waren. Insgesamt wurden durch die Wassermassen der Flut rund 40 Brücken substantiell beschädigt, davon zehn Brücken komplett zerstört. Die Befahrbarkeit für Kfz (in Bezug auf die Brückenbauwerke) wurde an klassifizierten Straßen (Bundes-, Landes- und Kreisstraßen) überall wiederhergestellt, z. B. durch Instandsetzungen, Behelfsbrücken oder Provisorien.

Hinzu kommt eine Vielzahl an Brücke in kommunaler Hand. So sind allein in der Verbandsgemeinde Altenahr von über 100 kommunalen Brücken rund 80 zerstört; in der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler hingegen wurden alle 16 kommunalen Brücken durch die Flut komplett zerstört.

Von den zehn zerstörten Brücken wurden bereits zwei fertiggestellt. Zudem befindet sich eine weitere Brücke kurz vor der Fertigstellung (B 267 Geh- und Radwegebrücke Altenahr Tunnelstraße). Für eine Brücke laufen Prüfungen, ob ein Wiederaufbau überhaupt in Frage kommt oder ob es eine alternative Führung für den Geh- und Radweg geben wird. An anderer Stelle wurde ein Provisorium geschaffen, dass für mehrere Jahre in Betrieb bleiben soll und vier weiter Brücken befinden sich in der Planung.

Darüber hinaus wurden vier Brückenbauwerke und zwei Rahmenbauwerke im Zuge des Geh- und Radweges zwischen Walporzheim und Laach neu gebaut, die vorher nicht in der Baulast des Bundes waren und somit bei den rund 10 zerstörten Brücken noch nicht berücksichtigt waren.

Unser Ziel war und ist es, die Mobilität im Ahrtal so schnell wie möglich wiederherzustellen und gleichzeitig dauerhaft zu verbessern. Deshalb bauen wir die zerstörten Brücken nicht einfach eins zu eins wieder auf. Die neuen Bauwerke werden nach heutigen technischen Standards geplant und so ausgeführt, dass sie den Anforderungen an Sicherheit, Dauerhaftigkeit und Hochwasserresilienz gerecht werden.

Trotz der großen Fortschritte wird der Wiederaufbau noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Viele Projekte sind technisch anspruchsvoll, müssen mit anderen Baumaßnahmen und der Gewässerwiederherstellung des Kreises abgestimmt werden und erfordern umfangreiche Genehmigungs- und Planungsprozesse. Insgesamt liegen wir beim Brückenwiederaufbau jedoch auf einem guten Weg.

Von dem rund 70 km klassifizierten Straßennetz (Bundes-/Landes- und Kreisstraßen) hatte die Flut ein Viertel fast völlig zerstört, mehr als die Hälfte der Straßen war beschädigt und nur noch eingeschränkt befahrbar. Lediglich rund 10 % der Strecken waren vom Hochwasser im Wesentlichen verschont geblieben.

Auch beim Wiederaufbau der Bauwerke im Zuge von Straßen- und Radwegen wurden bereits wesentliche Fortschritte erzielt. Zahlreiche Bauwerke sind wieder in Betrieb, weitere befinden sich in der Bauausführung oder Planung. Ziel ist es, die Infrastruktur nicht nur wiederherzustellen, sondern sie zugleich widerstandsfähiger gegenüber zukünftigen Hochwasserereignissen zu machen.

Die aktuellen Sachstände hierzu stellen sich wie folgt dar:

Aktuell bereits im Bau bzw. abgeschlossen: 

  1. B 266 Heimersheim, Böschungssicherung (Bau abgeschlossen seit März 2024)
  2. B 267 Altenahrbrücke (Bhf. Altenahr), Instandsetzung Brücke einschl. Errichtung neues Klappgeländer (abgeschlossen seit Juli 2024)
  3. B 267 Bunte Kuh, Bau der Stützwand
  4. B 267 Marienthal, Bau der Bahn- und Radwegebrücke Marienthal I
  5. B 267 Marienthal, Bau der Bahn- und Radwegebrücke Marienthal II
  6. B 267, Bahn- und Radwegebrücke Marienthal III
  7. B 267 Felssicherung zwischen Mayschoß und Rech (abgeschlossen seit August 2024)
  8. K 34 Holzweiler, Instandsetzung der Brücke Holzweiler (abgeschlossen seit November 2024)
  9. L 76 Kreuzberg, Instandsetzung Ahrbrücke Kreuzberg + Stützwand
  10. L 73 / L 75, Instandsetzung Brücke "Schöne Aussicht" + Böschung
  11. B 267, Instandsetzung Radwegviadukt bei Reimerzhoven
  12. B 267, Bahn- und Radwegbrücke Saffenburgertunnel
  13. B 9 Brücke Sinzig, Herstellung Kolkschutz und Freiraumgestaltung (Bau abgeschlossen seit Juli 2025)
  14. B 266 Überführung B 266/DB Lohrsdorf, Herstellung Kolkschutz (Vorarbeiten Injektionen: abgeschlossen, Sicherung Ahrsohle und Pfeiler vergeben, Baubeginn voraussichtlich Juli/August 2026)
  15. B 267, Neubau Bahn-Überführungsbauwerk in Rech mit Ausbau Ortsdurchfahrt im Bereich Bauwerk (von „in Vorbereitung“ zu „im Bau“ verschoben)
  16. Instandsetzung Geländer (B 267, L 76)
  17. B 267, Radwegbrücke Tunnelstraße Altenahr
  18. B 267, Bahn- und Radwegbrücke zwischen Rech und Mayschoß
  19. B 267, Neubau Stützwand Trockenmauer Tunnelstraße Altenahr (von „in Vorbereitung“ zu „im Bau“ verschoben: die Maßnahme konnte inzwischen vergeben werden, die Ausführungsplanung wird erstellt)

In Vorbereitung für Umsetzung in 2026 bzw. in Bauvorbereitung für 2027:

  1. B 266, Ahrbrücke (Nähe Berufsschule – Bau ab 2027)
  2. L 84, Neubau Ahrtorbrücke BNA (Bau ab 2026)
  3. K 25, Neubau Ahrbrücke Insul (Bau ab 2027)
  4. K 28, Neubau Ahrbrücke Liers (Bau ab 2027)
  5. Verschiedene Durchlässe in Dernau

Noch ausstehend sind klassifizierte Straßen und deren Bauwerke (insbesondere Stützwände) an Mittelahr und Seitentäler (Sahrbach und Kesselinger Bach), 
B 266 bei Heimersheim, L 73 Insul-Schuld, Brücke in Ahrbrück, sowie Teilabschnitte des Ahr-Radweges an Mittellahr und obere Ahr.

Die im Jahr 2026 erzielten Fortschritte zeigen, dass der Wiederaufbau der Verkehrsinfrastruktur im Ahrtal Schritt für Schritt voranschreitet. Zahlreiche Projekte befinden sich weiterhin in Planung oder Umsetzung. Ziel bleibt es, Straßen, Brücken und Radwege nicht nur wiederherzustellen, sondern sie zugleich für etwaige zukünftige Hochwasserereignisse widerstandsfähiger zu gestalten.

Durch die Flutkatastrophe im Juli 2021 wurde die Gesamtschadenssumme an den Bundes-, Landes- und Kreisstraßen im Ahrtal und seinen Nebentälern mit rund 200 Millionen Euro veranschlagt. Hinzu kommen die Kosten für die Wiederherstellung des gesamten Ahr-Radweges, die in der Baulast des Bundes entlang der Mittelahr wiederhergestellt wurden. Sie belaufen sich auf rund 34 Mio. Euro inkl. fünf Brücken, einer Tunnelsanierung, zwei Rahmenbauwerken und zwei großen Stützbauwerken.  

Aus wechselnden Baulastträgerschaften zwischen Gemeinden und Bund wird es neue Kostenzuordnungen geben, die noch nicht abschließend geklärt sind. Ebenso liegen Kostenermittlungen der Kommunen für bereits geklärte Baulastträgerschaften noch nicht final vor. Zum derzeitigen Stand kann von einem mittleren zweistelligen Millionenbetrag ausgegangen werden, der aus dem Wiederaufbaufond getragen wird.

Projektbüro Wiederaufbau Ahrtal

Kripper Straße 16
53489 Sinzig
Tel.: 02642/986-6505
pb-ahrtal(at)lbm-cochem.rlp.de

Leiter des Projektbüros:
Stefan Schmitt

Verwaltung:
N.N.
 

Presseanfragen

Sandra Demuth
Verena Blümling

Tel.: 0261/3029-1041 

presse(at)lbm.rlp.de 

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