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HEmmel

Hilde Emmel  geb. Levi

Wir wurden gnadenlos angetrieben.“


Geboren wird Hilde am 8. November 1906 in Niederlahnstein als Tochter des jüdischen Kaufmanns Siegmund Levi und seiner Frau Laura. Nach einem Aufenthalt in Holland und einer Lehre und Beschäftigungen in Dierdorf, Koblenz und Montabaur kehrt sie nach dem Tod des Vaters (1928) nach Niederlahnstein zurück.

1930 heiratet sie den  Witwer Heinrich Emmel, einen Protestanten, der einen Sohn in die Ehe mitbringt.

1933 Nach der „Machtergreifung“ der Nazis emigriert Hildes Schwester Jenny mit ihrem jüdischen Ehemann nach Holland.

1935 Im Jahr der „Nürnberger Rassengesetze“ stirbt Hildes Mutter, ihr Bruder Hans emigriert ebenfalls nach Holland.

10. November 1938 Im Zuge der „Reichspogromnacht“ wird ihr Bruder Paul verhaftet und ins KZ Dachau verschleppt. Durch Hildes Initiative lässt man ihn bald wieder frei.

1939 Während des Zweiten Weltkrieges sind ihr Mann und ihr Sohn Soldat.

Sommer 1941 Hilde und ihr Bruder Paul kommen – wie fast alle Juden Lahnsteins – in das Arbeitslager Tagschacht bei Friedrichssegen. Unter ganz schlechten Lebensbedingungen müssen sie in den Klinkerwerken Zwangsarbeit leisten.

1942 Ende 1942 wird ihr Bruder Paul wieder ins KZ Dachau deportiert, später kommt er im KZ Auschwitz um.

1943 Hilde wird zur Arbeit in den Didier-Werken in Lahnstein zwangsverpflichtet. Auf  eine Vorladung zur Gestapo hin versucht sie, sich zu töten. Als das misslingt, meldet sie sich später und wird drei Monate im Polizeigefängnis in Frankfurt/Main inhaftiert.

Ende August 1943 Sie wird ins Frauen-KZ Ravensbrück verschleppt, erhält die Häftlingsnummer 22717 und den „rot-gelben“ Winkel für einen jüdischen und zugleich politischen Häftling. Alsbald muss sie Zwangsarbeit bei der Firma Siemens & Halske leisten.

27./28. April 1945 Anfang 1945 kommt Hilde vom Siemenswerk zurück ins Stammlager Ravensbrück. Vor den heranrückenden russischen Truppen wird sie Ende April 1945 zusammen mit mehr als 20.000 Häftlingen auf den „Todesmarsch“ nach Norden und Westen getrieben. Für sie ist das das schlimmste Erlebnis dieser grauenvollen Zeit. Auf dem tagelangen Marsch gibt es nichts zu essen. Die Häftlinge werden gnadenlos angetrieben, obwohl ihnen die Füße schmerzen. Im „Belower Wald“ kann Hilde fliehen - und ist frei.

Sie kehrt  nach Lahnstein zurück. Ihr Mann und der Sohn kommen 1947 bzw. 1948 aus der Kriegsgefangenschaft zurück. 1965 stirbt ihr Ehemann. Hilde bleibt bis ins hohe Alter ein treues Mitglied der jüdischen Kultusgemeinde in Koblenz.
Am 31. Januar 1996 stirbt sie im Altenheim St. Martin in Lahnstein.

 

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